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Digitaler Service - Ein Interview mit dem Geschäftsführer Antonius Huerkamp

veröffentlicht am 10.07.2019

Wie DAM-Systeme Unternehmen behilflich sein können

Heutzutage dreht sich alles um Daten, den Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Ohne sie wäre die Digitale Transformation nicht denkbar. Diese betrifft jedes Unternehmen und alle Branchen – interessant ist dabei, dass auch die Softwarehersteller und -integratoren selbst vom Wandel betroffen sind. Reichten bis dato noch silo-artige Lösungen in einzelnen Bereichen der Datengenerierung, -aufbereitung, und -distribution, so stellt sich heute den PIM, CRM, CMS etc. Systemen die Gretchenfrage der Einordnung und Weiterentwicklung. Die Vorreiterrolle dieser Entwicklung könnten dabei DAM Systeme übernehmen. Wir sprachen deshalb mit Antonius Huerkamp, Geschäftsführer der Pixelboxx GmbH, zu Veränderungen im Markt, zusätzliche Services und möglichen neuen Preismodellen.

Toni, du hast langjährige Erfahrung im Medienumfeld und bist seit Kurzem Geschäftsführer der Pixelboxx GmbH im Dortmund – einem „Urgestein“ unter den Anbietern von MAM/DAM-Systemen. Wie ist es dazu gekommen?

Ich habe bei der Pixelboxx Ende des Jahres 2018 ein Beratungsmandat übernommen und so intensiv das Unternehmen kennengelernt. Ich konnte dabei insbesondere die Chancen für Pixelboxx in einem veränderten Marktumfeld aufzeigen. Als mir dann die Geschäftsführerposition angeboten wurde, habe ich nicht lange überlegen müssen.

Wie haben sich aus deiner Sicht die Anforderungen an MAM/DAM-Systeme verändert?

In den vergangenen Jahren wurde häufig ein MAM/DAM-System isoliert angefragt und die erforderliche Integration irgendwie nachgezogen – das ist heute nicht mehr der Fall. DAM/MAM-Systeme stehen im Mittelpunkt der Unternehmenskommunikation nach innen, aber insbesondere auch nach außen. Die Bildersprache steht dabei immer mehr im Vordergrund. Deshalb werden die Unternehmen das Thema DAM auch wieder stärker in den generellen IT-Beschaffungsprozess einbinden. Unternehmen erreichen ihre Kunden mit einer hochwertigen Bildsprache, und das mit der Ausleitung auf allen Kanälen. Hierfür brauchen die Kunden Services rund um das Thema Bild. Auch dieser Aufgabe wird sich die Pixelboxx stellen. Wir bekommen dies zurzeit durch entsprechende Anfragen/Ausschreibungen vom Markt bestätigt.

Im Kontext Digitalisierung hat sich die Bedeutung von MAM/DAM-Systemen unserer Ansicht nach deutlich verändert. Kannst du das bestätigen?

Eindeutig: Ja! Auf Basis der Vernetzung der Systeme untereinander wird das Thema der Content-Konfektionierung stark zunehmen. Darin enthalten ist die Anforderung an das DAM, sich stärker in den Content-Erstellungsprozess einzubinden. Das wiederum führt dazu, dass DAM-Systeme mehr prozessuale Funktionen abbilden müssen. Das kann sogar so weit gehen, dass DAM-Systeme in der Content-Produktion und Content-Belieferung die letzte Meile übernehmen könnten oder auch müssen. Damit ist das DAM ein elementarer Baustein der Digitalisierungsstrategie. Die Pixelboxx wird daher auch Dienstleistungen anbieten, die Konfektionierung oder auch die Orchestrierung von Content möglich machen. Dazu zählt etwa die Erstellung von Werbebotschaften oder indivisualisierter Angebote.

Welche weiteren Herausforderungen siehst du in nächster Zeit auf MAM/DAM-Systeme zukommen?

MAM/DAM-Systeme müssen sich komplett öffnen und sich mit Technologie-Partnern noch enger verzahnen. Es gilt, diese Partner zu finden und sich mit diesen nachhaltig auch technologisch zu verbinden, dabei nimmt selbstverständlich das Thema KI eine überragende Stellung ein. Über Regelwerke hochautomatisiert Bilder zu finden und auszuleiten und damit die Kunden unserer Kunden noch effizienter zu erreichen, bedeutet Steigerung der Conversion-Rate und führt zu mehr Umsatz!

Hat diese Entwicklung auch eine Auswirkung auf das Pricing von MAM/DAM-Systemen?

Da diese komplementären IT-Themen deutlich mehr Invest bedürfen und der Wechsel zum SaaS vollzogen wird, steht dem DAM auch ein neues Pricing ins Haus. Eines, welches im SAAS seine Heimat finden wird, und eines, welches im Angesicht der Preise von anderen IT-Systemen seine Preisrelevanz wieder zurückerhalten wird.

Welche weiteren Entwicklungen werden in diesem Bereich noch zu erwarten sein?

Alle Unternehmen werden und wollen Digitalisierungsstrategien aufsetzen und beschäftigen sich intensiv damit. Häufig sind die Unternehmen organisatorisch dafür nicht aufgestellt. Nach wie vor befindet sich hochwertiger Content in verschiedenen Systemumgebungen und ist nicht miteinander verzahnt. Das ist zwar nichts Neues, aber das Topmanagement verlangt von seiner Organisation, Konzepte dafür zu entwickeln. Daher sind wir auch als DAM/MAM-Anbieter immer mehr in die Consulting-Umgebung eingebunden. Es sind Business Case/Use Case gemeinsam mit den Kunden zu entwickeln.

Und wie sieht vor diesem Hintergrund die strategische Ausrichtung der Pixelboxx aus?

Die Content Delivery-Aufgaben werden in Zukunft auch von DAM-Systemen übernommen, daher werden die damit verbundenen Kanäle eine Stärkung des gesamten DAM-Bereichs zur Folge haben. Bei zukünftigen Preismodellen ist davon auszugehen, dass Lieferungen mit einem Preis versehen werden. Auf dieser Basis könnte das Geschäft mit dem DAM-Lieferservice einen exponentiellen Anstieg erhalten. Für die Pixelboxx bedeutet es, sich mit Technologie- Partnern „enger“ zu verzahnen und proaktiv Services und Consulting-Dienstleistungen anzubieten. Zu unseren Zielen gehört auch die Stärkung der Core-Umgebung durch „neue“ Funktionen und Erweiterungen. Außerdem wollen wir die Wertschöpfungskette durch Services erweitern und neue Technologie- und Vertriebspartner dazugewinnen.

Antonius Huerkamp

Antonius Huerkamp, Diplom-Betriebswirt, ist seit Februar 2019 neuer Geschäftsführer der Pixelboxx GmbH und befasst sich in diversen Managementpositionen seit vielen Jahren mit der Optimierung von Medienprozessen. Bei Pixelboxx trifft er auf ein ebenso erfahrenes Team und langjährige Kunden wie die METRO Group, Osram, Melitta und KFW Bank. Aus dieser Erfahrung entsteht bei Pixelboxx ein Lösungsportfolio, das weit über den Umfang aktuell üblicher DAM-Systeme hinausgeht und den zukünftigen Anforderungen in diesem Bereich gerecht wird.

Von Sabine Kärger (TGOA)